Handeln wir jetzt!

Mehr Personal für gute Pflege

 

Die Politik hat versagt

Der Grosse Rat des Kantons Bern und die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) weigern sich, die Finanzierungsprobleme anzugehen (s. Text unten). Sie verweisen auf die Heime, die wiederum den Ball an den zurückschieben. So wird sich die Situation nicht verbessern. Einen Wandel kann es nur geben, wenn das betroffene Pflegepersonal STOPP sagt.

 

Es ist fünf vor 12 

Als grösste Gewerkschaft in der Langzeitpflege sagen wir und unsere Mitglieder STOPP. Es braucht mehr Personal, es braucht mehr Geld, es braucht bessere Arbeitsbedingungen. Nur gemeinsam können wir die Politik und die Arbeitgeber in die Verantwortung nehmen, sei es mit politischen Initiativen, Druck auf die kantonalen Entschiedungsträger oder einem guten Gesamtarbeitsvertrag.

Dazu brauchen wir auch dich. Denn als Gewerkschaft sind wir nur stark, wenn wir auch viele Mitglieder haben. Hilf mit und trete noch heute der Unia bei. Gemeinsam sind wir stark. 

www.gutepflege.ch/mitglied

 

Weshalb fehlt es überhaupt an Personal?  

Drei Gründe mit schwerwiegenden Folgen:

Die neue Pflegefinanzierung, …

Im Jahr 2011 wurde schweizweit die neue Pflegefinanzierung eingeführt. Dies bedeutet:

  • Heime werden nicht mehr direkt subventioniert. Kanton und Krankenkassen zahlen nur noch pro Bewohnerin und Bewohner. 
  • Die Entschädigungen für Pflege werden durch Krankenkassen und Kanton bestimmt. Sie reichen nicht für eine qualitativ gute, individuelle Pflege. Bei den Kosten, die ein/e BewohnerIn für Hotellerie und Gastronomie bezahlt, richten sich viele Heime nach der kantonalen EL-Obergrenze. 
  • Heime müssen wie gewinnorientierte Unternehmen funktionieren. Zahlen und Kostenoptimierungen stehen über dem Wohl der BewohnerInnen.

 

 

… Sparmassnahmen …

Parallel spart der Kanton Bern. So wurde die Obergrenze der Pflegekosten 2013 heruntergesetzt. Dies hat zur Folge, dass für die Pflege noch weniger Zeit zur Verfügung steht.

Zudem bestimmt der Kanton, wieviel Pflegepersonal mindestens angestellt sein muss. Der Stellenschlüssel richtet sich nach der Anzahl BewohnerInnen und deren Pflegestufe. Im Kanton Bern sind sowohl der Mindestschlüssel als auch der Richtstellenschlüssel viel zu tief angesetzt.

 

… und Fachkräftemangel …

Noch immer werden zu wenig Pflege(fach)personen ausgebildet. Dies ist auch auf ein Versagen von Bund und Kantonen zurückzuführen, welche den zukünftigen Bedarf nicht frühzeitig erkannt haben. Doch die Pflegeberufe müssen attraktiver werden. Dies kann nur erreicht werden, wenn auch die Arbeitsbedingungen und die Löhne stimmen.

 

… führen zu Fluktuation und Burnout.

Immer mehr Pflegende sind am Limit. Krankheitsausfälle und Kündigungen steigen rasant an. Kein Wunder: Der Stress und die Belastung nehmen laufend zu. Immer weniger Personal ist für immer mehr BewohnerInnen zuständig. Hinzu kommen unregelmässige Arbeitszeiten, Einspringen, Überstunden und Pläne, welche sich immer wieder ändern. Dies führt zu einem erhöhten Risiko für körperliche Beschwerden oder für ein Burnout.

 

Die Gründe für den Personalmangel sind vielfältig. Durch die Pflegefinanzierung ist der Kostendruck auf die Heime und damit das Personal gestiegen. Die Sparmassnahmen und der zu tiefe Stellenschlüssel des Kantons Bern führen dazu, dass immer weniger Personal vorhanden ist. 

So kann es nicht weitergehen. Gemeinsam ändern wir es!

Werde heute noch Unia-Mitglied

 

Update:

 

Hier gehts zur Medienmitteilung der Unia Berner Oberland.

Bericht Jungfrauzeitung 25.8.2015

Bericht Thuner Tagblatt 28.8.2015