Angestellte im Haushalt erhalten mehr Schutz!

 

Auf Druck der Gewerkschaft Unia erlässt der Kanton Appenzell Innerrhoden als letzter Kanton der Schweiz einen Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft. Die Unia fordert eine Beteiligung an der Ausarbeitung dieses wichtigen Schutzinstrumentes.

Immer mehr Familien in der Schweiz beschäftigen Angestellte im Haushalt – zum Teil zu sehr prekären Arbeitsbedingungen. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Gewerkschaften existiert für die Hausangestellten ein gesamtschweizerischer Normalarbeitsvertrag (NAV). Mit dem nationalen NAV Hauswirtschaft haben die Angestellten ein Anrecht auf einen verbindlichen Mindestlohn. Die Mindestlöhne des NAV wurden vom Bundesrat als Massnahmen gegen Lohndumping auf den 1.Januar 2011 für allgemeinverbindlich erklärt.

Kantonale NAV für mehr Schutz
Auch die Kantone müssen einen eigenen NAV für die Hauswirtschaft erlassen (OR 359ff.). Der OR-Artikel legt fest, dass der nationale NAV die Arbeits- und Ruhezeit sowie die Arbeitsbedingungen der weiblichen und jugendlichen Arbeitnehmer/innen regeln muss. Das ist wichtig, denn durch die fehlende Unterstellung im Arbeitsgesetz existiert sonst keine Arbeits- und Ruhezeitregelung für diese Berufsgruppe. Der NAV dient somit als minimaler Schutz für diese Arbeitnehmenden in dieser prekären Branche.

Schlusslicht Appenzell Innerrhoden lenkt ein
Bisher hatten alle Kantone bis auf Appenzell Innerrhoden einen NAV erlassen; somit hatte AI bis heute Bundesrecht verletzt. Dank der Intervention der Unia lenkte der Kanton ein und erlässt bis Ende Februar 2018 einen kantonalen NAV. Dies ist ein wichtiger und überfälliger Schritt. Für die Ausarbeitung des kantonalen NAV Hauswirtschaft fordert die Gewerkschaft Unia, dass sie gemäss OR 359a, Absatz 2 an der Ausarbeitung des NAV beteiligt wird.

NAV ist Minimum
Für die Unia ist ein NAV ist das absolute Minimum. Gemäss ILO-Konvention 189 müssen Hausangestellte allen anderen Arbeitnehmenden gleichgestellt sein. Deshalb fordert die Unia den Bund mit Vehemenz dazu auf, die Hausangestellten endlich dem Arbeitsgesetz zu unterstellen. Nur so lassen sich die Bedingungen in dieser prekären Branche verbessern. Denn Lohn- und Sozialdumping dürfen in dieser Branche nicht mehr zum Alltag gehören!