Spitex akzeptiert Unia als Verhandlungspartnerin

Erfolg für die Unia: Der Vorstand der Spitex Region Willisau lässt sie am Verhandlungstisch teilnehmen. Weitere Gespräche mit den Mitarbeitenden sind geplant.

Es waren happige Vorwürfe an die Spitex Region Willisau, welche die Gewerkschaft Unia Sektion Luzern in einer letzten Woche versandten Medienmitteilung brauchten: Von «unhaltbaren Zuständen», «einem Klima der Angst» und «massivem Druck», der auf die Spitex-Angestellten ausgeübt werde, schrieb die  Organisation in ihrem Schreiben. Auslöser der Wirren war die Kündigung der Stellvertretenden Geschäftsleiterin und Leiterin Dienste, mit der sich die Mitarbeiter solidarisierten. Es folgte eine Petition, die mittlerweile mehr als 1300 Personen Unterschrieben haben, wie die Gewerkschaft in ihrer neuesten Medienmitteilung vom Wochenende festhält.

Coach leitete Informationsabend

Um die Wogen zu glätten und Ruhe in den Betrieb zu bringen, lud der Vorstand der Spitex Region Willisau die Mitarbeitenden am Freitag zu einem Informationsabend ein. Geleitet wurde die rund zweistündige Veranstaltung von Hubert Bienz, dem Geschäftsführer der Beratungsfirma «Mehrsicht» in Rothenburg. Er verfüge über langjährige Erfahrung als Krisenmanager und haben auch andere Spitex-Vereine schon beraten, teilt die Spitex Region Willisau in ihrer Medienmitteilung mit.

Keine weiteren Kündigungen

Vor Ort waren, neben dem Vorstand und den Mitarbeitenden, überraschenderweise auch Vertreter der Gewerkschaft. Dies, obwohl Beat Bisang, Präsident des Vorstandes Spitex Region Willisau, noch am Dienstag gegenüber dem WB verlauten liess: «Die Gewerkschaft ist nicht unser Partner.» Die Unia zeigte sich auf WB-Anfrage zufrieden über den Verlauf des Abends. Deren Regionalsekretär, Giuseppe Reo, sprach von einem «errungenen Teilsieg». Vor allem aus zwei Gründen, wie er näher ausführte. «Weil wir künftig als Verhandlungspartner mit am Tisch sitzen und der Vorstand der Spitex Region Willisau angekündigt hat, keine weiteren Kündigungen auszusprechen.» Zudem habe der Vorstand eingesehen, dass in der Vergangenheit Fehler passiert seien. «Nun ist er gewillt, mit einem beigezogenen Coach eine Lösung für die Mitarbeitenden zu finden.»

Weitere Gespräche geplant

Beat Bisang räumte auf Anfrage ein, dass in den letzten Jahren die Kommunikation  zwischen Mitarbeitenden und Vorstand «nicht immer optimal lief». Die Informationsveranstaltung sei ein erster Startschuss gewesen, um die Wogen zu glätten. «Wir haben Bereitschaft signalisiert, für die anstehenden Probleme Lösungen zu finden», sagte er. Weitere Gespräche seien geplant und sollen noch vor Weihnachten stattfinden. Dabei wird auch die Gewerkschaft Unia an den Verhandlungen teilnehmen, wie sie in ihrem Schreiben festhält. An der Veranstaltung am Freitagabend nahm auch die kritisierte Geschäftsführerin teil. Diese erhält weiterhin die Unterstützung des Spitex-Vorstandes, wie Beat Bisang gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz» festhielt.