Schmähpreis der Unia Jugend für Privat-Spitex

Die Unia Jugend hat heute den Apprentice Simply Ignored-Award (A.S.I.-Award), einen jährlichen Schmähpreis für Institutionen, die die Rechte von Lernenden nicht respektieren, an die Association Spitex privée Suisse (ASPS) verliehen. Sinnbildlich hat sie der ASPS eine Fussmatte mit der Aufschrift «Wir sind keine Fussabtreter – Lernende verlangen Respekt» übergeben.

Die ASPS ist der Zusammenschluss der privaten Spitex-Anbieter der Schweiz. Diese sind in den vergangenen Jahren massiv gewachsen und haben zahlreiche Aufträge der Öffentlichen Hand erhalten. Störend ist: Nur eine Minderheit der privaten Spitex-Betriebe bildet Lernende aus.

Im Kanton Bern stellen beispielsweise nur 30 Prozent der privaten Anbieter Lehrstellen für Fachpersonen Gesundheit EFZ zur Verfügung. Zum Vergleich: Bei der öffentlichen Spitex sind es über 83 Prozent. 

Preisdrückerei durch Verzicht auf Lehrstellen

Private und zunehmend auch öffentliche Aufträge werden oft dem Anbieter vergeben, der den tiefsten Preis für eine Dienstleistung bieten kann. Die privaten Spitex-Anbieter sparen Kosten, indem sie keine Ausbildungsplätze anbieten, bei den Arbeitsbedingungen sparen und nur lukrative Aufträge annehmen. Damit betreiben sie Preisdrückerei, bieten Jugendlichen keine Perspektiven und tragen erst noch zum Fachkräftemangel bei.

Verband ist in der Pflicht

Der A.S.I.-Award 2015 wurde zuhanden des Präsidenten der ASPS, Rudolf Joder, überreicht. Im Namen der Auszubildenden übergab Lena Frank, Nationale Jugendsekretärin der Unia und ausgebildete Pflegefachfrau, der ASPS eine Fussmatte mit der Aufschrift «Wir sind keine Fussabtreter – Lernende verlangen Respekt». Damit verbunden ist die Aufforderung an den Verband, seine Mitglieder in die Pflicht zu nehmen, damit in Zukunft mehr Ausbildungsplätze angeboten werden.