Personalknappheit und Gesundheit in der Pflege

Vortragsabend Unia-Gruppe Gesundheit & Soziales

Personalknappheit und Gesundheit der Pflegenden als zentrale Themen

Eine Mehrheit des Pflegepersonals leidet an einer oder mehreren gesundheitlichen Beschwerden. Diese eindrücklichen Zahlen zeigte Franziska Zúñiga von der Uni Basel am Vortragsabend der Gruppe Gesundheit & Soziales der Unia Berner Oberland auf. Die Unia und ihre Mitglieder werden sich weiterhin für flächendeckende, gute Gesamtarbeitsverträge und für mehr Personal einsetzen. 

Am Mittwoch, 7. Oktober stellte Franziska Zúñiga vom Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel die Ergebnisse ihrer Studie vor. Der gut besuchte Vortragsabend fand im Rahmen des Jahresprogramms der Gruppe Gesundheit & Soziales der Unia Berner Oberland statt.

Franziska Zúñiga forscht im Rahmen des SHURP-Projekts über die Bedingungen in Alters- und Pflegeheimen. Eine erste repräsentative Befragung ergab, dass die Pflegequalität und die Arbeitszufriedenheit in den Schweizer Heimen auf hohem Niveau sind. Allerdings sei die Situation in den Heimen sehr unterschiedlich, so Zúñiga. Erschreckend sind die Ergebnisse der Studie zu gesundheitlichen Beschwerden. So gaben beispielsweise 70% der befragten Pflege- und Betreuungspersonen an, unter Rückenschmerzen zu leiden. An allgemeiner Schwäche, Müdigkeit und Energielosigkeit leiden 66% und an Schlafstörungen 48% der befragten Personen. Fast 90% der Befragten gaben an, dass die Beschwerden mit ihrer Arbeit zusammenhängen.

Unia setzt sich für mehr Personal und gute Gesamtarbeitsverträge ein

Die Beschwerden stehen in Zusammenhang mit der hohen Arbeitsbelastung und den wahrgenommenen fehlenden Personalressourcen. Deshalb setzen sich die Unia und ihre Mitglieder weiterhin für mehr Personal und gute Gesamtarbeitsverträge ein. Die bereits angekündigte schweizweite Kampagne für mehr Personal werden die Unia Berner Oberland und ihre Mitglieder auch in die Pflegeheime des Berner Oberlands tragen.