Unser Manifest für gute Pflege und Betreuung

Zeit und Wertschätzung statt Fliessbandarbeit! Zum Tag der Pflege haben Unia-AktivistInnen ihr Manifest für gute Pflege und Betreuung veröffentlicht. Das Manifest spricht die täglichen Probleme an und fordert Lösungen. Von schlechten Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Betreuungswesen sind alle betroffen, sei es als Angestellte, Pflegebedürftige und Angehörige. Gute Pflege und Betreuung brauchen gute Arbeitsbedingungen. Deshalb sollen auch alle am Manifest mitschreiben können. Deine Ergänzungen, Wünsche oder Kritik kannst du online anbringen.

 

Das Manifest

Deine Rückmeldungen kannst du hier anbringen

 

Medienmitteilung vom 11.5.2015

Zeit und Wertschätzung statt Fliessbandarbeit

Zum morgigen Internationalen Tag der Pflege lanciert die Unia ihr Manifest für gute Pflege und Betreuung. Sie fordert darin ein Ende der Gewinnmaximierung in der Pflege und Betreuung, genug öffentliches Geld, zusätzliches Personal mit genügend Zeit für die Patientinnen und Bewohner, sowie deutlich bessere Arbeitsbedingungen dank einem allgemeingültigen Gesamtarbeitsvertrag. Statt Fliessbandarbeit und Kostenoptimierung muss das Wohl der Menschen wieder im Mittelpunkt stehen.

Der Gesundheits- und Betreuungsbereich hat sich zu einem Wachstumsmarkt entwickelt, auf dem Unternehmen riesige Gewinne erzielen. Auf der Strecke bleiben dabei oftmals das Personal und die pflegebedürftigen Personen. Personalmangel, immer weniger Zeit für die Patientinnen resp. Heimbewohner, zunehmender Stress, immer flexiblere Arbeitszeiten etc. gehören für die Mitarbeitenden zum Alltag. Die Folge: Ihre Arbeit verkommt teilweise zu einer unpersönlichen Fliessbandarbeit.

Manifest «Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen»

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege vom 12. Mai lancieren die in der Gewerkschaft Unia organisierten Beschäftigten aus Pflege und Betreuung ein Manifest. Darin fordern sie das Ende der Gewinnmaximierung im Gesundheits- und Betreuungsbereich, genügend Geld satt Sparprogramme in Pflege und Betreuung, mehr Zeit für die zu Pflegenden sowie ein solidarisches Finanzierungssystem. Denn jeder Mensch hat ein Recht auf gute Pflege und Betreuung. Diese muss sich am Wohle der Menschen und nicht an den Kosten orientieren.

Pflege und Betreuung verdienen aber auch Anerkennung und Wertschätzung, etwa in Form guter Arbeitsbedingungen. Deshalb engagiert sich die Unia für allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge (GAV) in der gesamten Branche. Diese GAV müssen zwingende Bestimmungen etwa zu Löhnen, Zulagen, Arbeitszeit, Mitbestimmung, Aus- und Weiterbildung sowie Mindeststellenpläne beinhalten. «Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, braucht es aber auch das Zusammenstehen aller Mitarbeitenden und eine Zusammenarbeit der in der Branche aktiven Gewerkschaften und Berufsverbände. Denn nur gemeinsam sind wir stark», so Udo Michel, zuständiger Branchenleiter der Unia. 

Diskussion und Aktionen am Tag der Pflege

Das Manifest geht nun in eine breite Vernehmlassung. Alle interessierten Personen sind eingeladen, bis Mitte September ihre Meinung dazu abzugeben - auch online unter www.unia.ch/gute-pflege . Die Rückmeldungen fliessen dann ein in die Unia-Branchenkampagne für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Betreuungsbereich. Um die Diskussion zu lancieren und öffentlich auf die Probleme im Gesundheits- und Betreuungsbereich aufmerksam zu machen, verteilen in der Unia aktive Pflege- und Betreuungspersonen das Manifest morgen in zahlreichen Schweizer Städten.