Langzeitpflege als Aufgabe für die Unia

Die Delegierten der Gewerkschaft Unia Region Berner Oberland können auf ein erfolgreiches vergangenes Jahr zurückblicken. Erfreulich ist auch das Mitgliederwachstum, insbesondere in der Langzeitpflege und dem Gastgewerbe. Schwerpunkte im laufenden Jahr sind die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege sowie die Verteidigung und Verbesserung des Landesmantelvertrags (LMV) für den Bau und des L-GAV für das Gastgewerbe. Prominente Gäste an der Delegiertenversammlung waren Vania Alleva, Co-Präsidentin der Unia, Christine Häsler, Nationalrätin Grüne und Lea Kusano als Nationalratskandidatin.

Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia Region Berner Oberland

Thun, 28. März 2015

 

An der heutigen ordentlichen Delegiertenversammlung der Unia Region Berner Oberland in Thun nahmen über 70 Delegierte teil. Sie blickten zurück auf ein Jahr mit erfolgreichen Aktionen für mehr Lohn, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Respekt für Arbeitnehmende. Erneut konnte die Unia ein Mitgliederwachstum verzeichnen. Im letzten Jahr sind 1013 neue Mitglieder der Unia Berner Oberland beigetreten. Einen beträchtlichen Anteil daran haben die Bereiche Gastgewerbe und Langzeitpflege. Der Rechtsdienst der Unia erstritt 2014 alleine im Berner Oberland beinahe 2 Millionen Franken und die Unia Arbeitslosenkasse erbrachte kompetent und professionell Dienstleistungen für rund 1800 Arbeitslose und Stellensuchende.

Grosse gewerkschaftliche Herausforderungen im laufenden Jahr

Auch dieses Jahr wird viele Herausforderungen mit sich bringen. Die Unia Berner Oberland wird ihre, im November lancierte Branchenkampagne im Bereich Langzeitpflege nochmals intensivieren. Denn der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeit muss ein wirksamer Gesamtarbeitsvertrag entgegengesetzt werden.

Ferner läuft der Landesmantelvertrag (LMV) für den Bau Ende Jahr aus und muss neu verhandelt werden. Die Baumeister versuchen einen Dialog zu verhindern und wollen mit der Gründung der Alibi-Gewerkschaft „Novatrava“ die Arbeitnehmer spalten. Ohne LMV drohen mehr Lohndumping und mehr Schwarzarbeit.

Und auch der L-GAV für das Gastgewerbe muss in diesem Jahr neu verhandelt werden. Auch hier gibt es Arbeitgeber, die diesen wichtigen Gesamtarbeitsvertrag mit über 200‘000 Unterstellten am Liebsten aufkünden würden.

Einstimmige Nomination von Vania Alleva als Präsidentin der Unia

Mit dem Rücktritt von Renzo Ambrosetti als Co-Präsident muss das Präsidium der Unia Schweiz neu bestimmt werden. Einstimmig schlägt die Delegiertenversammlung der Unia Berner Oberland zu Handen der nationalen Delegiertenversammlung Vania Alleva als alleinige Präsidentin vor. Angesichts der jüngsten Angriffe auf die Arbeitsbedingungen vertritt Vania Alleva die notwendige kämpferische Haltung. „Die Arbeitgeber nützen den Entscheid der Nationalbank, um die Löhne zu drücken oder Eurolöhne einzuführen. Die Gewerkschaft Unia wird solchen Verschlechterungen entschiedenen Widerstand entgegensetzen. Die Krise darf nicht auf den Buckel der Arbeitnehmenden abgewälzt werden,“ so Vania Alleva in ihrer Ansprache. 

Lea Kusano fordert Gleichstellung von Frau und Mann

„Bei der Gleichstellung geht es nicht nur um Geld und Macht, sondern auch um Chancengleichheit und Selbstbestimmung,“ so Lea Kusano, Nationalratskandidatin der SP und Mitglied der Unia Berner Oberland in ihrer Rede. Eindrücklich zeigte sie auf, dass die Gleichstellung trotz des seit über 30 Jahren geltenden Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht umgesetzt ist.

Hansulrich Balmer als Präsident der Unia Berner Oberland bestätigt

Mit Applaus wählten die Delegierten das Präsidium, das Vizepräsidium und den Vorstand der Unia Berner Oberland. Einstimmig und mit grossem Applaus gewählt, werden Hansulrich Balmer als Präsident und Michaela Boxler als Vize-Präsidentin mit einem stark zusammengesetzten Vorstand für weitere zwei Jahre die Geschicke der Unia Berner Oberland leiten.