1. Unia-Branchenkonferenz Langzeitpflege und Betreuung

Delegierte aus der ganzen Schweiz haben sich heute in Bern zur ersten Branchenkonferenz Langzeitpflege und Betreuung versammelt. Sie betonen: Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen. In einer Resolution fordern sie einstimmig den Abschluss von verbindlichen Gesamtarbeitsverträgen für die ganze Branche.

Der Gesundheitsbereich wird gesellschaftspolitisch immer wichtiger und ist auch für die Unia von grosser Bedeutung, so Unia-Co-Präsidentin Vania Alleva: «Es ist wichtig und nötig, die Langzeitpflege und Betreuungsbranche gewerkschaftlich besser zu erschliessen, hier klafft eine grosse Lücke. Gute Verbesserungen können schneller erzielt werden, wenn alle Gewerkschaften und Verbände aus diesem Bereich zusammenarbeiten.»

Prekäre Arbeitsbedingungen

Stress und Druck bei der Arbeit, Personalmangel, einseitige Flexibilität, tiefe Löhne und mickrige Zuschläge – in vielen Pflegeheimen und Institutionen herrschen massive Missstände und Probleme. Darunter leiden sowohl das Pflege- und Betreuungspersonal wie auch die Bewohnerinnen und Bewohner.

Resolution für bessere GAV und Kontrollen

Bei einer guten Pflege muss der Mensch im Zentrum stehen. Das betonen die Delegierten in ihrer einstimmig verabschiedeten Resolution. Zudem fordern sie mehr Kontrollen und allgemeinverbindliche, flächendeckende Gesamtarbeitsverträge (GAV), um den Druck auf die Angestellten zu stoppen. In den GAV müssen beispielsweise Mindestlöhne, Mitsprache und Zuschläge verbindlich geregelt werden.

Nationale Branchenkampagne

Um diese Ziele zu erreichen, fordern die Delegierten einstimmig die Lancierung einer nationalen Branchenkampagne und die schweizweite Intensivierung der Aktivitäten der Unia im Gesundheits- und Betreuungsbereich.

Delegierte aus der ganzen Schweiz  kamen an die Branchenkonferenz

 

Mauro Moretto, Vania Alleva, Udo Michel und Adrian Durtschi (von l. nach r.)