Lindenmatte: Pro Senectute lässt Situation eskalieren

Der Vorstand der Pro Senectute Niedersimmental leugnet weiterhin die Missstände im Alters- und Pflegeheim Lindenmatte. An einer Pressekonferenz belegten heute zahlreiche Betroffene die Probleme und zeigten die Blockadehaltung des Vorstandes auf. Die Unia bereitet deshalb nun Haftungsklagen gegen zeichnungsberechtigte Vorstandsmitglieder vor und informierte Pro Senectute Kanton Bern über die Vorfälle.

Medienmitteilung der Unia Berner Oberland, 9.12.14

 

Betroffene belegen Missstände bei Pro Senectute Niedersimmental

Pro Senectute lässt Situation eskalieren – Unia weitet Klagen aus

Mit Bedauern nimmt die Gewerkschaft Unia zur Kenntnis, dass Pro Senectute Niedersimmental den Konflikt eskalieren lässt: Statt die Missstände im Alters- und Pflegeheim Lindenmatte in Erlenbach endlich zu lösen, leugnet sie diese beharrlich. Die Unia verurteilt dieses Versteckspiel auf dem Buckel des betroffenen Personals und der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Unia bietet weiterhin Hand für eine gemeinsame Lösung. Sie hofft auf baldige Gespräche und eine Rücknahme der missbräuchlichen Entlassung des Betriebskommissionmitglieds Kathrin Schmid.

 

Haftungsklage gegen Vorstandsmitglieder

Die Gewerkschaft Unia bereitet nun Haftungsklagen gegen die zeichnungsberechtigten Personen des Vorstandes von Pro Senectute Niedersimmental vor. Der Vorstand verletzt durch seine Unterlassung, die Missstände aktiv anzugehen, Treu und Glauben sowie seine Sorgfaltspflicht. Zudem wird die Unia die Öffentlichkeit, die Mitglieder von Pro Senectute, die Spenderinnen und Spender und die Behörden über die Missstände informieren. Schliesslich wurde Pro Senectute Kanton Bern bereits über die Vorgänge im Niedersimmental in Kenntnis gesetzt und gebeten, mässigend auf ihre Lokalsektion zu wirken, damit eine Lösung möglich wird.

 

Betroffene belegen Missstände

An der heutigen Pressekonferenz belegten verschiedene betroffene Personen die Missstände im Alters- und Pflegeheim Lindenmatte. Samuel Burri, Gewerkschaftssekretär der Unia, zeigte das Missmanagement anhand Fehlbesetzung bei Kaderstellen, welche die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern zur Intervention zwangen, auf und belegte mit eindrücklichen Zahlen die hohe Personalfluktuation. Sonja D. beschrieb ihre gewonnene Klage gegen Pro Senectute wegen einer missbräuchlichen Entlassung während der Krankheit. Margrit M. erläuterte, wie sie während der Arbeitszeit zum Kündigungsgespräch aufgeboten wurde und binnen 15 Minuten das Heim verlassen musste, obwohl sie nur zwei Tage zuvor einen abgeänderten Arbeitsvertrag unterschrieben hatte. Begründet wurde diese willkürliche Entlassung wirtschaftlich. Als traumatisierend wurde eine Personalversammlung erwähnt, an der alle Türen verschlossen wurden, die Polizei vor dem Heim postiert war und Unia Mitglieder aufgefordert wurden, ihre Gewerkschaft zu verlassen. Zudem hat die Gewerkschaft Unia erfahren, dass Antener bereits in Ebikon wegen ähnlicher Vorkommnisse ihre leitende Stellung im Alters- und Pflegeheim verloren hatte.