Grosse Abstimmung in Alters- und Pflegeheimen

Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen. Als grösste Gewerkschaft in der Langzeitpflege organisiert die Unia ab dieser Woche eine Urabstimmung für alle Angestellten in Alters- und Pflegeheimen. Sie sollen entscheiden, welches der gewerkschaftlichen Anliegen für sie höchste Priorität hat. Die jüngsten Skandale und Probleme in Pflegeheimen zeigen, dass es nebst besseren Arbeitsbedingungen auch wirksame Kontrollen braucht, um eine gute Pflege zu garantieren.

Medienmitteilung der Unia Berner Oberland

25. November 2014

Unia lanciert Urabstimmung zu Arbeitsbedingungen in Alters- und Pflegeheimen

Gute Pflege – das Pflegepersonal entscheidet

Personalmangel, Stress, Überstunden, nicht entschädigte Abend- und Nachtarbeit oder ungenügende Löhne gehören zum Alltag des Personals in der Langzeitpflege. Dies muss sich ändern, denn nur gute Arbeitsbedingungen garantieren eine gute Pflege. Die Gruppe Gesundheit und Soziales der Unia Berner Oberland startet deshalb heute eine mehrmonatige Urabstimmung zu den Arbeitsbedingungen in Alters- und Pflegeheimen.

Personal weiss am besten, wo es Verbesserungen braucht

Die Angestellten können dabei demokratisch entscheiden, welches Problem am dringendsten gelöst werden muss. In einem ersten Schritt werden alle Beschäftigten in den Heimen im Berner Oberland, Aaretal und Kiesental zu den Themen Zulagen, Lohn und Überstunden befragt. «Wir werden in den nächsten Monaten bei vielen Alters- und Pflegeheimen unserer Region mit Abstimmungsmaterial und Urnen direkt vor Ort präsent sein und so eine demokratische Abstimmung ermöglichen», erklärt der zuständige Gewerkschaftssekretär Samuel Burri den ersten Schritt der Urabstimmung. Nach der Urabstimmung in den genannten Berner Regionen soll diese auf den ganzen Kanton und andere Kantone ausgeweitet werden.

Die Forderung, welche am meisten Stimmen bekommt, wird die Unia gemeinsam mit den Angestellten in den einzelnen Heimen und der ganzen Branche wo immer möglich umzusetzen versuchen. «Das demokratische Vorgehen ermöglicht es, dass das Personal in Alters- und Pflegeheimen endlich selbst bestimmen kann, wo es Verbesserungen braucht», erläutert Anna Vasiljevic von der Gewerkschaft Unia.

Wirksame Kontrollen nötiger denn je

Neben der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Betrieben braucht es mehr und bessere Kontrollen der Alters- und Pflegeheime durch den Kanton. Die Unia fordert interdisziplinäre Kontrollteams, welche wie im Kanton Waadt unangemeldete Kontrollen durchführen und harte Sanktionen aussprechen können. Die Unia unterstützt deshalb u.a. das Postulat «Betreuungsqualität sicherstellen und Wirksamkeit von Kontrollen im Alters- und Pflegeheimwesen erhöhen» sowie die Interpellation «Wie werden die Qualität der Betreuung und die Wirksamkeit von Kontrollen im Alters- und Pflegeheimwesen sichergestellt?», welche Natalie Imboden letzte Woche im Grossen Rat eingereicht hat.