Erfolgreiche Landsgemeinde in Zweisimmen

Die Landsgemeinde gegen die Schliessung der Geburtshilfe Zweisimmen wurde von knapp 400 SimmentalerInnen und SaanenländerInnen besucht. Die Anwesenden bezeugten ihre Entrüstung über den Schliessungsentscheid und fordern die Spital Thun Simmental (STS) AG auf, diesen rückgängig zu machen. Den Regierungsrat und die Gemeindebehörden werden ersucht, sich für die Geburtsabteilung einzusetzen. Die kämpferische Stimmung der Landsgemeinde zeigt, dass der Widerstand gegen die Schliessung weitergehen wird. So wird auch die Unterschriftensammlung für den offenen Brief an die STS verlängert. Diesen haben bisher über 5000 Personen unterschrieben.

Medienmitteilung der SpitalkämpferInnen vom 25. Oktober

Kämpferische Landsgemeinde fordert Erhalt der Geburtshilfe!

Heute Samstag, 25.10.2014 fand in Zweisimmen eine Landsgemeinde für den Erhalt der Geburtshilfe statt. Aufgerufen hatte das „Komitee SpitalkämpferInnen – Wir retten das Spital Zweisimmen“, unterstützt wurde die Veranstaltung von der IG Spitalversorgung Simmental-Saanenland und der Unia-Ortsgruppe Obersimmental-Saanenland. Gegen 400 SimmentalerInnen und SaanenländerInnen nahmen trotz regnerischem Wetter an der Landsgemeinde teil und zeigten so ihre Entrüstung über den Schliessungsentscheid der STS AG. Die verschiedenen Redebeiträge zeigten die Notwendigkeit einer regionalen Geburtsabteilung auf. In der Diskussion äusserte die anwesende Bevölkerung ihr Unverständnis über die Schliessung der Geburtsabteilung und die Benachteiligung ihrer Region in der medizinischen Grundversorgung.

Die Anwesenden verabschiedeten einstimmig folgende Forderungen: 

  1. Der Verwaltungsrat der STS AG muss den Schliessungsentscheid rückgängig machen und für den Erhalt der Geburtshilfeabteilung sorgen.
  2. Der Regierungsrat des Kantons Bern soll sich für eine, für die Region akzeptable Lösung mit Geburtshilfeabteilung einsetzen.
  3. Die Gemeindebehörden im Simmental und Saanenland sollen sich für den Erhalt der Geburtshilfeabteilung einsetzen und zum Spitalstandort Zweisimmen bekennen 

Der Einsatz der SpitalkämpferInnen, der IG Spitalversorgung und der betroffenen Bevölkerung wird weitergehen. Den offenen Brief an die Verantwortlichen der STS wurde bis heute von mehr als 5000 Personen unterschrieben. Die Unterschriftensammlung wird bis Dezember verlängert und weitere Aktivitäten werden folgen. In der Schliessungsdiskussion ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Vielfältige Redebeiträge

Ursula Michel, Vertreterin der SpitalkämpferInnen aus dem Saanenland forderte die Anwesenden auf: „Wir hier in der Region dürfen uns nicht immer bevormunden und alles nehmen lassen. Wir müssen aufstehen, zusammenstehen und gegen die Schliessung kämpfen. Die Behörden des Kantons, die Gemeinden, der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der STS sollen nur merken, dass wir wütend sind.“ 

Marianne Herbst-Stauffer betonte als Vertreterin der IG Spitalversorgung: „Der Kanton ist nach wie vor Alleinaktionär der STS AG, also gehört dieses Spital uns allen.“ Sie verlieh der Sorge der Bevölkerung um die touristische Attraktivität der Region eine Stimme: „Ist die Region für den Tourismus noch attraktiv, wenn keine optimale Grundversorgung besteht?“

Thomas Knutti, Grossrat und Präsident der IG Spitalversorgung rief dazu auf, den Einsatz für das Spital Zweisimmen fortzusetzen: „Unsere neusten juristischen und politischen Abklärungen haben gezeigt, dass es durchaus möglich ist und eine Interesse besteht, hier in Zweisimmen eine Geburtsabteilung zu betreiben. Ich bitte euch alle, das Finale noch zu bestreiten und an unseren Forderungen, Erhaltung der Geburtsabteilung und der medizinischen Grundversorgung, festzuhalten.“

Anne Speiser betonte als Grossrätin: “Die Gemeinden der Region und insbesondere die Standortgemeinde müssen sich hinter die Bevölkerung stellen und sich für die Anliegen der Frauen und Kinder einsetzen.“

Marianne Haueter sprach als Präsidentin der Sektion Bern des Schweizerischen Hebammenverbandes. Sie betonte, dass der Verband die Lösung der STS nicht unterstützen kann: „Das beste und schönste Konzept in Thun und ein Pikettdienst in Zweisimmen lösen das Problem nicht – der Weg nach Thun wird für die betroffenen Frauen nicht kürzer und im Notfall kann man keinen Kaiserschnitt machen.“

Simon Eggler als Vertreter der Unia-Ortsgruppe Obersimmental-Saanenland forderte: „Die Geburtshilfe kann und darf nicht Rentabilitätsüberlegungen unterworfen werden. Eine gute Grundversorgung ist auch in den Landregionen notwendig.“