Pflege-Kundgebung in Winterthur

Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia, 20. September 2014

Privates Pflege- und Betreuungspersonal protestiert für bessere Arbeitsbedingungen

Überstunden leisten zu Tiefstlöhnen

Knapp 200 Angestellte der Pflege und Betreuung haben heute Samstag in der Winterthurer Altstadt für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Die Branche leidet seit längerem nicht nur unter tiefen Löhnen, auch lange Arbeitsschichten und Personalmangel machen den Arbeitnehmenden zu schaffen. Jetzt haben die PflegerInnen und BetreuerInnen genug und fordern endlich eine Verbesserung der Missstände.

Die Liste mit den Verbesserungen, die die Angestellten an ihrer Kundgebung in Winterthur fordern, ist lang. Fast jede und jeder, der in der Branche arbeitet, sieht sich mit Überstunden, schlecht durchdachten Einsatzplänen, Personalmangel, langen Arbeitsschichten und wenig Wertschätzung konfrontiert. 

In Winterthur besammelten sich heute knapp 200 betroffene Angestellte, um die Öffentlichkeit auf diese Missstände hinzuweisen. Demonstriert haben nicht nur Angestellte aus Winterthur, auch aus Zürich und Schaffhausen sind BetreuerInnen und PflegerInnen in die Eulachstadt gekommen, um ihren Unmut lautstark auszudrücken. Während der Kundgebung sprachen Neria Heil und Basil Bürgi, beides Mitglieder des Unia-Aktionskomitees Pflege und Betreuung, über die Notwendigkeit, sich gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen einzusetzen. Nach der Kundgebung auf dem Neumarkt zogen die Demonstranten durch die Winterthurer Altstadt.

Erste erfolgreiche Streiks

Dass die Arbeitgeber bisher nicht gewillt sind, etwas an der desolaten Situation zu ändern, hat andernorts bereits zu ersten Streiks geführt. So legte im Juni das Personal der Küsnachter Privat-Spitex Primula AG ihre Arbeit nieder – mit Erfolg. Der Arbeitgeber lenkte ein. Die Angestellten der Primula AG haben nun faire Mindestlöhne, eine 42-Stunden-Woche und endlich einen 13. Monatslohn – alle anderen Angestellten der privaten Pflege und Betreuung sind heute jedoch noch nicht durch solche kollektiven Vereinbarungen wie zum Beispiel Gesamtarbeitsverträgen geschützt. Die Kundgebung in Winterthur hat gezeigt, dass viele Beschäftige in der Branche gewillt sind, gemeinsam für Verbesserungen in ihrer Branche zu kämpfen.