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Widerstand gegen die Schliessung der Geburtshilfe Zweisimmen ist notwendig

Die Ortsgruppe Obersimmental-Saanen der Unia Berner Oberland diskutierte gestern gemeinsam mit Betroffenen und Interessierten aus der Region die Schliessung der Geburtshilfe. Die angeregte Diskussion zeigt das Bedürfnis und die Notwendigkeit, sich gegen die Schliessung einzusetzen. Das Spital Zweisimmen muss als regionaler Grundversorger und Arbeitgeber erhalten bleiben und die Gesundheit von Mutter und Kind soll weiterhin wichtiger sein als Rentabilität. Die Ortsgruppe wird gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürger die gesammelten Ideen konkretisieren.

Mehr als 60 Betroffene und Interessierte aus dem Simmental und Saanenland haben gestern Abend an einer Diskussionsveranstaltung zur Schliessung der Geburtshilfeabteilung in Zweisimmen teilgenommen. Die Diskussion zeigte, dass der Unmut gross ist und den Plänen der STS AG weiterhin Widerstand entgegenschlägt.

 

Schliessung ist Unsinn

Als Fachpersonen referierten Dr. med. Nadine Kleinebekel, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Zweisimmen sowie Sabine Graf, Vizepräsidentin der Sektion Bern des Schweizerischen Hebammenverbandes Sek­tion Bern. Eindrücklich zeigte Nadine Kleinebekel die Folgen für die schwangeren Frauen in der Region auf. „In keinem anderen Spezialgebiet der Medizin ändert die Situation so schnell und so unkalkulierbar wie in der Geburtshilfe, deswegen sind lange, schwierige Wege und das Fehlen von 24h-Fachpersonal vor Ort ein Risiko!“ Von den letzten 400 Geburten in der Region kam das Kind bei rund 40 Geburten bereits innerhalb der ersten Stunde nach Spitaleintritt in Zweisimmen auf die Welt. Dies lässt befürchten, dass diese Kinder demnächst gänzlich unversorgt auf der kurvigen Talstrasse im Auto geboren werden.

Sabine Graf wiederum zeigte den schleichenden Rationalisierungsprozess im Gesundheitswesen auf. Dieser mache auch vor dem Gebären nicht Halt, so Graf. Insbesondere drohe mit dem Abbau der Geburtshilfe auch ein Wegzug von ambulanten Angeboten. Damit ist nicht mehr gewährleistet, dass eine Geburt überhaupt noch „normal“ stattfinden könne. Denn die Spitäler würden einerseits sämtliche Risiken minimieren und finanzieren sich andererseits über Fallpauschalen. So würden aus der Ferne öfter unnötige medizinische Massnahmen angeordnet.

 

Widerstand wird weitergehen

Die folgende sehr engagierte Diskussion zeigte, dass den Plänen der STS AG Widerstand entgegenschlägt. Zahlreiche Vorschläge wurden gemacht, wie man sich gegen die Schliessung wehren kann. „Die Bevölkerung aus dem Simmental und Saanenland muss zusammenhalten. Wir gehen gemeinsam auf die Strasse“ war beispielsweise ein mit zustimmendem Nicken und Applaus unterstütztes Votum einer Bürgerin. Die Unia Ortsgruppe Obersimmental-Saanen hat die zahlreichen Vorschläge notiert. Zwecks Konkretisierung und Planung der Umsetzung organisiert sie eine Versammlung am 2. September 2014, wiederum um 19:30 Uhr im Restaurant Markthalle in Zweisimmen. Die Ortsgruppe Obersimmental-Saanen wird sich also weiterhin gemein­sam mit der regionalen Bevölkerung gegen die Schliessung der Geburtshilfe einsetzten.

 

Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia

Region Berner Oberland / Ortsgruppe Obersimmental-Saanen

Thun / Zweisimmen, 20 August 2014