Unia lehnt Spitalschliessung in Zweisimmen ab

Für den Verwaltungsrat der Spital Thun Simmental STS AG steht die Schliessung des Standortes Zweisimmen zur Diskussion. Eine solche Schliessung des Akutspitals und/oder der Geburtshilfeabteilung bedeutet einen massiven Einschnitt in der Region Obersimmental-Saanenland. Die Gewerkschaft Unia setzt sich für eine flächendeckende Spitalversorgung ein und lehnt eine Schliessung oder Umwandlungdes Spitals Zweisimmen ab. Sie wird sich gegebenenfalls mit gewerkschaftlichen Mitteln für den Erhalt des Standortes Zweisimmen einsetzen.

Medienmitteilung der Unia Berner Oberland

17. Juni 2014

 

Der Verwaltungsrat der Spital Thun Simmental STS AG diskutiert heute die Zukunft des Standortes Zweisimmen. Für die Aktiengesellschaft scheint ein Akutspital mit Geburtshilfeabteilung in der ländlichen Region zu unrentabel. Trotz verschiedener zur Diskussion stehender Varianten, vom Verzicht auf die Geburtshilfeabteilung über die Umwandlung in einen Tagesbetrieb, steht fest, dass die Bevölkerung im Obersimmental und Saanenland massiv von dem Einschnitt betroffen sein wird.

Folgen für das westliche Berner Oberland

Die Schliessung des Akutbetriebs oder einzelner Abteilungen bedeutet einen schwerwiegenden Einschnitt in die Grundversorgung der Obersimmentaler Bevölkerung: Das nächste Spital, resp. die nächste Geburtshilfeabteilung wäre mehr als 40 Autominuten von Zweisimmen entfernt. Damit ist die Versorgung in Notfällen nicht mehr gewährleistet. Fehlende Infrastruktur leistet der Abwanderung aus ländlichen Regionen zusätzlichen Vorschub. 

Nebst der nicht mehr garantierten Grundversorgung betrifft eine Schliessung auch die Arbeitsplatzsicherheit in der Region. In ländlichen Regionen gehören Spitäler zu den grössten Arbeitgebern – so auch im Obersimmental. Die allfällige Schliessung des Spitals bedeutet dementsprechend nicht nur einen gesundheits- sondern auch einen beschäftigungspolitischen Einschnitt in der Region.

Unia setzt sich für eine flächendeckende Spitalversorgung ein

Die Gewerkschaft Unia Berner Oberland verurteilt einen weiteren Abbau bei der Spitalversorgung im Berner Oberland. Teillösungen, wie sie der STS-Verwaltungsrat vorschlagen wird, sind abzulehnen. Der Unterhalt und Betrieb eines flächendeckenden Spitalangebotes ist gesundheitspolitisch zwingend notwendig. Dem Trend der zunehmenden Zentralisierung und Rationalisierung des Gesundheitswesens, sei dies auf privater oder kantonaler Ebene, muss ein Riegel geschoben werden. Die Unia Berner Oberland prüft, sich gemeinsam mit anderen interessierten Kräften für den Erhalt der Spitalversorgung und der Geburtshilfe einzusetzen, falls nötig und gewünscht auch mit gewerkschaftlichen Mitteln.