Thuner Altersheiminitiative gültig und notwendiger denn je

Medienmitteilung des Initiativkomitees

Thun, 17. Juni 2014

Mit 1‘790 gültigen Unterschriften ist die am 14. März 2014 eingereichte Gemeindeinitiative „Thuner Altersheim-Initiative: Wohnen im Alter“ zustande gekommen. Das teilte heute der Thuner Gemeinderat mit. Die Initiative ist noch immer notwendig: Dies zeigen die halbherzige Antwort des Gemeinderats anlässlich der Stadtratssitzung vom 6. Juni auf die Interpellation von Alice Kropf (SP) und die aktuellsten Probleme bei der WIA.

Im Jahre 2007 lagerte die Stadt Thun die städtischen Altersheime aus. Seither kam die neugeschaffene WIA nicht zur Ruhe: Eine überrissene Wachstumsstrategie und Missmanagement führten laufend zu negativen Schlagzeilen. Aus diesem Grund wurde 2013 die Thuner Altersheim-Initiative: Wohnen im Alter lanciert. Sie gibt der Stadt Thun und damit der Öffentlichkeit die Möglichkeit, bei Missständen und einer allfälligen Versorgungslücke einzugreifen.

Gemeinderat wähnt sich in falscher Sicherheit

Jüngstes Beispiel für den öffentlichen Kontrollverlust über die WIA ist die Diskussion um die Aufhebung des Stimmrechts der StifterInnen. Die WIA fragte im Novemberihre StifterInnen an, auf ihr Wahlrecht für den Stiftungsrat zu verzichten – so auch die Stadt Thun. Auf die diesbezügliche Interpellation von Stadträtin Alice Kropf (SP) antwortete der Gemeinderat an der Stadtratssitzung vom 5. Juni ausweichend und dürftig. Noch immer fehlt ein Bekenntnis des Gemeinderates zu einer bezahlbaren und qualitativ hochstehenden Grundversorgung an Wohn- und Pflegeplätzen. 

Der Gemeinderat sieht die Lage unter Kontrolle, obwohl bei der WIA immer neue Probleme auftauchen:

  • So stellt sich das neu eröffnete Lädelizentrum in Heimberg als baulich ungenügende Lösung heraus.
  • Die Geschäftsleitung schrumpfte in den letzten Monaten aufgrund der hohen Kaderfluktuation von sieben auf drei Personen.
  • Für die Demenzstation Schönmatt, welche im Herbst geschlossen wird, besteht noch immer keine Nachfolgelösung. 

Initiativkomitee sieht sich bestätigt

Die grosse Anzahl Unterschriften, die Reaktion des Gemeinderates und die bestehenden Probleme und Unsicherheiten bei der WIA zeigen die Wichtigkeit der Anliegen der Thuner Alterheiminitiative. Ein immer grösserer Teil der Bevölkerung ist auf Hilfe und Pflege im Alter angewiesen. Die Sicherstellung adäquater Wohnangebote darf nicht ausschliesslich dem Markt überlassen werden. Ein Mindestmass an Kontrolle durch die Stadt Thun, resp. der Öffentlichkeit ist sinnvoll und notwendig.

Das Initiativkomitee wird nach dem wichtigen Zwischenschritt der Gültigkeitserklärung im Hinblick auf die kommende Abstimmung ab Herbst mit dem Thema vermehrt in der Öffentlichkeit präsent sein.