Mehr Schutz und Qualität in der privaten Betagtenbetreuung

Medienmitteilung

Der Verband «Zu Hause leben» und die Gewerkschaft Unia haben sich nach 1,5-jährigen Verhandlungen auf einen Branchen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die private Seniorenbetreuung in der Deutschschweiz geeinigt. Der GAV bezweckt den Schutz und die Förderung der Arbeitnehmenden sowie die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Betreuung im Privathaushalt. Die Verhandlungsergebnisse müssen nun von den zuständigen Gremien ratifiziert werden.

Der Gesamtarbeitsvertrag, auf den sich die Gewerkschaft Unia und der Verband «Zu Hause leben» am letzten Freitag einigten, enthält insbesondere folgende Eckwerte:

  • Festlegung von Mindestlöhnen und schrittweise Erhöhung des Mindestlohns für die Kategorie «Ungelernte» auf 22 Fr./h bis 2018
  • die Anerkennung von Berufserfahrung, Aus- und Weiterbildung für die weiteren Lohnkategorien.
  • die Verankerung des 13. Monatslohns.
  • die Regelung von Arbeits- und Ruhezeiten, inklusive Entschädigung für Wegzeiten und Rufbereitschaft.
  • eine obligatorische Krankentaggeldversicherung.
  • die Förderung der beruflichen Weiterbildung.
  • Instanzen für den Vollzug und Kontrollen betreffs Einhaltung des GAV.


Der Gesamtarbeitsvertrag soll für private, nicht gemeinnützige Betriebe und Agenturen der Deutschschweiz gelten, die im Bereich nicht-medizinische Begleitung und Betreuung von Betagten im Privathaushalt tätig sind. Öffentlich-rechtliche Organisationen sowie gemeinnützige Organisationen mit einem Leistungsauftrag der öffentlichen Hand sind davon ausgenommen. Zum besseren Schutz der Arbeitnehmenden in der stark wachsenden Branche der privaten Seniorenbetreuung werden die Vertragspartner beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Allgemeinverbindlichkeit beantragen.
 
Nach Ratifikation der Ergebnisse durch die zuständigen Gremien werden die weiteren Inhalte des GAV bekannt gegeben.
 
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Co-Präsidentin der Gewerkschaft Unia
Christine Michel, Mitglied Sektorleitung Tertiär Gewerkschaft Unia
Paul Fritz, Präsident «Verband zu Hause leben»