PflegerInnen lancieren Kampagne

Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia Region Berner Oberland

Thun, 17. März 2014

 

Hauptversammlung Gesundheit und Soziales der Unia Berner Oberland

Gemeinsam für gute Pflege und Betreuung

Die Delegierten aus dem Gesundheits- und Sozialwesen der Unia Berner Oberland haben sich am 4. März in Thun getroffen und bemängeln den zunehmenden Personalmangel, erhöhten Stress und schlechte Arbeitsbedingungen in ihren Berufen. Sie wollen sich wehren. Denn gute Pflege und Betreuung brauchen gute Arbeitsbedingungen. Die TeilnehmerInnen beschlossen, gemeinsam eine Kampagne gegen Personalmangel, Stress und für gute Arbeitsbedingungen und einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) im Gesundheits- und Sozialwesen zu starten.

Kein Wunder leidet die Pflege- und Betreuungsbranche unter einem akuten Personalmangel, welchen die Beschäftigten tagtäglich zu spüren bekommen. Denn die aktuellen Entwicklungen im Gesundheits- und Sozialwesen sind von massiven Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen gezeichnet. Stress, immer flexiblere Arbeitszeiten, unsichere Löhne und fehlende Lohnzulagen, Nachtarbeit, körperliche Überanstrengung, erhöhter Druck durch Sparmassnahmen und mangelnde Wertschätzung gegenüber dem Personal gehören zum Alltag. Gute Pflege und Freude an der Arbeit sind unter den vorherrschenden Bedingungen nur noch schwer möglich. Nicht zuletzt leiden auch die Pflegebedürftigen unter dem Umstand, dass das Personal immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit erledigen muss.

Gemeinsame Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen und einen GAV

Gegen diese Entwicklung wehren sich die Betroffenen. Einstimmig beschlossen die Delegierten die Lancierung einer Kampagne, um sich gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich einzusetzen. Sie fordern mehr Personal, weniger Stress und bessere Arbeitsbedingungen, wofür es unter anderem einen für die gesamte Branche verbindlichen GAV braucht. Es wurden Aktionstage festgelegt, Verteilaktionen geplant und weitere, die Kampagne betreffende Meilensteine gesetzt. Erste Aktionen sollen am Ersten Mai in Thun anlässlich des Besuches von Gesundheitsminister Alain Berset und am 12. Mai, dem Tag der Pflege stattfinden. Für die Durchführung der Kampagne wurde eine Koordinationsgruppe mit Angestellten aus verschieden Heimen, Spitälern und weiteren Institutionen gegründet.

Wahlen und Strukturen

Die anwesenden Unia Mitglieder fordern Politik und Arbeitgeber dazu auf, ebenfalls gegen die Missstände und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen vorzugehen. Nur eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen kann dem Personalmangel ein Ende setzen und gute Pflege und Betreuung wieder gewährleisten. Der Bereich Gesundheit und Soziales ist der am schnellsten wachsende Bereich der Unia. Dies spiegelt sich nun auch in den Strukturen der Unia Berner Oberland wider. Für den Regionalvorstand wurden daher vier neue Vorstandsmitglieder aus dem Gesundheits- und Sozialbereich vorgeschlagen.