SPITEX: Keine Sparmassnahmen durch Entlassung

Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia Region Berner Oberland

Unter den im November beschlossenen Sparmassnahmen leiden nun auch die Angestellten im Gesundheitswesen. Bei den SPITEX-Organisationen Bern und Biel stehen Massenentlassungen an. Die Gewerkschaft Unia Berner Oberland lehnt Entlassungen ab und fordert die SPITEX-Organisationen in der Region auf, die Pläne für die Umsetzung der Sparmassnahmen offenzulegen und Gespräche über einen Gesamtarbeitsvertrag aufzunehmen. Nur ein guter GAV kann das Personal nachhaltig vor einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen schützen.

Medienmitteilung der Gewerkschaft Unia Region Berner Oberland

Thun, 5. Februar 2014

Entlassungen bei der SPITEX

Gewerkschaft Unia fordert: Sparmassnahmen nicht auf das Personal abwälzen

Im Rahmen des Angebots- und Strukturprüfungsprogramms des Kantons Bern kürzte der Grosse Rat im November 2013 dem Gesundheitswesen Gelder. Besonders stark betroffen sind nebst der Psychiatrie und den Alters- und Pflegeheimen auch die SPITEX-Organisationen. So kündigte das Psychiatriezentrum Münsingen letzte Woche an, eine Station zu schliessen. Die SPITEX-Organisationen Bern und Biel entlassen in den nächsten Monaten insgesamt 44 Mitarbeiterinnen. Die Gewerkschaft Unia verurteilt diese Einsparungen der jeweiligen Unternehmen auf dem Buckel des Personals. Insbesondere bei der SPITEX waren die Arbeitsbedingungen schon vorher massiv unter Druck. „Die den Mitarbeitenden abverlangte Flexibilität hat schon länger unannehmbare Ausmasse angenommen und es kommt immer häufiger zu Verletzungen des Arbeitsrechts,“ so Samuel Burri, Gewerkschaftssekretär bei der Unia in Thun. 

Im Berner Oberland sind die Auswirkungen des finanzpolitischen Kahlschlags noch nicht absehbar. Bis anhin wurden keine (Massen-)Entlassungen kommuniziert. Es ist aber davon auszugehen, dass die regionalen SPITEX-Organisationen demnächst Massnahmen präsentieren werden. „Entlassungen sind keine Lösung um die Sparvorgaben umzusetzen. Wir lehnen allfällige Kündigungen ab und fordern die Unternehmen auf, die Gewerkschaft und damit die MitarbeiterInnen in allfällige Reorganisationsprozesse einzubeziehen,“ so Burri. Eine Aushandlung alleinig mit den Personalkommissionen, wie dies die SPITEX Bern aktuell macht, genügt nicht.

Die Gewerkschaft Unia setzt sich jetzt erst recht für allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge im Gesundheitswesen ein. „Nur gute Gesamtarbeitsverträge können die Arbeitsbedingungen vor weiteren Sparschnitten schützen und geben dem Personal jetzt die nötige Sicherheit“, so Adrian Durtschi, Teamleiter Gesundheit und Soziales. Die Unia ruft die SPITEX-Organisationen des Berner Oberlands auf, ihre Pläne zur Umsetzung der Sparmassnahmen offenzulegen und Verhandlungen über einen guten Gesamtarbeitsvertrag aufzunehmen. Denn gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen.