Pressekonferenz in Liestal

Medienmitteilung des Gewerkschaftsbundes Baselland

Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen!

Die aktuellen Entwicklungen in der Langzeitpflege sind geprägt von Missständen und massiven Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Betroffen sind Tausende von Angestellten, aber auch die Pflegebedürftigen selber. An einer vom Gewerkschaftsbund Baselland organisierten Medienkonferenz in Liestal wurde das Ausmass der wachsenden Missstände aufgezeigt. Gleichzeitig wurden erste Lösungen und Forderungen auf sozialpartnerschaftlicher wie auf der politischen Ebene präsentiert.

Die Missstände in den Alters- und Pflegezentren im Kanton Baselland nehmen zu. Für die Betroffenen bedeutet das: wachsender Stress und übermässiger Druck bei der Arbeit, Personalmangel, steigenden Lohndruck, bis hin zu gravierenden Verletzungen des Arbeitsgesetzes. Diese Missstände stellen nicht nur eine massive Belastung für die Angestellten in der Pflege dar, sondern verunmöglichen zudem die Rekrutierung von genügend Fachkräften. Letztendlich leiden auch die Pflegebedürftigen unter dem Umstand, dass die Pflegerinnen und Pfleger immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit erledigen müssen.

Paradigmenwechsel ist nötig

In der Pflege braucht es einen Paradigmenwechsel: die Langzeitpflege hat in den letzten Jahren eine rasante Privatisierungswelle erlebt. Eine kühle Profitlogik hat in vielen Heimen die Gewährleistung einer guten Pflege als erste Priorität abgelöst. Der Kostendruck wird konsequent auf das Personal abgewälzt. „Jetzt braucht es endlich sozialpartnerschaftliche Lösungen, welche gute Arbeitsbedingungen und damit eine gute Qualität der Pflege garantieren.“, stellt Andreas Giger-Schmid, Präsident des Gewerkschaftsbundes Baselland, klar.

Unia fordert GAV für die Langzeitpflege

„Die Pflegerinnen und Pfleger haben genug vom stetig wachsenden Druck und den unhaltbaren Arbeitsbedingungen – immer mehr organisieren sich gewerkschaftlich.“, erklärt Chris Kelley, Teamleiter Pflege und Betreuung der Unia Nordwestschweiz. Deshalb engagiert sich die Gewerkschaft Unia gemeinsam mit dem Pflegepersonal für bessere Arbeitsbedingungen. Dies kann letztendlich nur mit einem allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertrag erreicht werden. Von einer solchen Regelung profitieren die Angestellten, die Pflegebedürftigen und auch jene Arbeitgeber, die bereits heute versuchen, gute Arbeitsbedingungen zu bieten. Zu diesem Zweck bereitet die Gewerkschaft Unia zusammen mit ihren Mitgliedern aus der Pflege eine Branchenkampagne vor.

Auch die Politik ist gefordert

„Als gewählte Vertreter stehen wir in der Pflicht, für eine gute Pflegequalität und entsprechende Arbeitsbedingungen zu sorgen“, betonte SP-Landrätin Pia Fankhauser und unterstrich die zentrale Rolle der Politik, bei der Finanzierung der Pflegekosten. Eine von ihr eingereichte Interpellation soll aber auch offenlegen, was seitens des Kantons unternommen wird, um gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zu gewährleisten. Für einen entsprechenden Vorstoss sind Abklärungen im Gang.

 

Für Rückfragen

Andreas Giger-Schmid, Präsident Gewerkschaftsbund Baselland, 079 758 32 97

Chris Kelley, Teamleiter Pflege & Betreuung Unia Aargau/Nordwestschweiz, 076 302 27 15

Pia Fankhauser, Landrätin SP, 076 512 20 00