Kein Lohndumping im Privathaushalt

BetreuerInnen im Privathaushalt fordern bessere Arbeitsbedingungen statt Lohndumping

Heute fand die dritte Branchenkonferenz «Betreuung im Privathaushalt» der Gewerkschaft Unia statt. Die Delegierten zeigten sich zufrieden mit den erzielten Fortschritten bei den Verhandlungen für einen Gesamtarbeitsvertrag mit dem Arbeitgeberverband «Zu Hause leben». Gleichzeitig äusserten sie ihre Sorge über das verbreitete Lohndumping in der Branche und insbesondere über den «Basisvertrag» der Spitex-Organisationen in Basel. Dieser öffnet Lohndumping Tür und Tor. Sollte der Vertrag nicht annulliert und ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit guten Arbeitsbedingungen ausgehandelt werden, wird die Unia mit aller Macht gegen ausbeutende Arbeitgeber vorgehen.

Die Unia-Branchenkonferenz «Betreuung im Privathaushalt» diskutierte den aktuellen Stand der GAV-Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband «Zu Hause leben.» Die Anwesenden zeigten sich zufrieden mit den ersten Ergebnissen. Ein Abschluss der Verhandlungen steht in diesem Halbjahr bevor. «Die Verhandlungen sind auf gutem Weg. Bei einem Abschluss werden wir massgebliche Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen erzielen,» so Christine Michel, Branchenverantwortliche der Unia. Ferner wird der GAV auch wirksame Kontrollen ermöglichen. Mit ihm kann den zahlreich vorkommenden Missbräuchen von in- und ausländischen Firmen effizient entgegengetreten werden.
 

«Basisvertrag» der Spitex Organisationen in Basel bereitet Sorge
Sorge bereitet den Delegierten der sogenannte Vertrag der Spitex-Branche in Basel. Dieses einseitige und unverbindliche Regelwerk wurde alleine von den Arbeitgebern, den gemeinnützigen und privaten Spitex-Organisationen, unter Ausschluss der ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaften, ausgearbeitet. Dementsprechend tief ist das Niveau der Mindestbestimmungen. Der Basisvertrag unterschreitet den gewerkschaftlich geforderten Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde um ganze zwei Franken, resp. nahezu 400 Franken pro Monat. Dies öffnet Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor, insbesondere beim Pflegepersonal der öffentlichen Spitex. Als besonders stossend erachten die Delegierten, dass der Basisvertrag als Qualitätssiegel der angeschlossenen Unternehmen verwendet wird. Damit verschleiert der Vertrag die Aushöhlung der Arbeitsbedingungen.
 
Unia wird schweizweit gegen Dumping vorgehen
Die 3. Branchenkonferenz «Betreuung im Privathaushalt» fordert die Annullierung des Basisvertrages und stattdessen einen GAV, welcher die Arbeitsbedingungen für die ArbeitnehmerInnen verbessert statt verschlechtert. «Die Gewerkschaft Unia wird sich mit aller Macht gegen die Aushöhlung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping in der Betreuung und Pflege wehren. Denn gute Pflege und Betreuung brauchen gute Arbeitsbedingungen,» so Adrian Durtschi, Teamleiter Gesundheit und Betreuung in den Regionen Bern, Aargau und Nordwestschweiz.