Unia ruft zur Teilnahme am Protesttag vom 7. November auf

Die Gewerkschaft Unia unterstützt den Aktionstag am 7. November der Personalverbände und Arbeitgeber im Gesundheitswesen gegen den drohenden Abbau im Rahmen der kantonalen Sparmassnahmen. Sie ruft ihre Mitglieder in den Betrieben des Gesundheits- und Sozialwesens auf, an der Menschenkette in Thun oder den Verteilaktionen in Münsingen teilzunehmen. Anstelle weiterer Sparübungen braucht es bessere Anstellungsbedingungen im Gesundheitsbereich.

Am Donnerstag, 7. November protestieren die Beschäftigten diverser Betriebe aus dem Gesundheits- und Sozialwesen gegen das Sparpaket des Kantons Bern. Die Gewerkschaft Unia Berner Oberland unterstützt die Proteste und ruft ihre Mitglieder in den betroffenen Betrieben zur Teilnahme an den Aktionen auf: In Thun wird am Mittag im Bälliz eine Menschenkette gebildet, in Münsingen werden Beschäftigte mit Flugblättern auf ihre Anliegen aufmerksam machen.

Sparpaket führt zu schlechteren Arbeitsbedingungen und Pflegequalität

Die anstehenden Sparmassnahmen im Rahmen der Angebots- und Strukturüberprüfung 2014 des Kantons Bern haben massive Kürzungen im Gesundheits- und Sozialwesen zur Folge. Hier nur einige Beispiele:

-Bei der Langzeitpflege soll der Infrastrukturbeitrag des Kantons gestrichen werden. Der Verband Pflege- und Betreuungszentren (vbb/abems) hat vorgeschlagen, auf die Kürzung der Infrastrukturbeiträge zu Lasten der Pflegenormkosten zu verzichten. Die Finanzkommission ist diesem Vorschlag gefolgt.

-Bei der gemeinnützigen SPITEX sollen u.a. die Entschädigung für die Versorgungspflicht sowie für die hauswirtschaftlichen Leistungen eingespart werden.

-Die Finanzkommission empfiehlt zwar, auf einige der einschneidenden Massnahmen zu verzichten, will dafür aber bei der Psychiatrie mehr einsparen.

-Für das Personal bedeuten die Sparmassnahmen eine unabsehbare Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und einen Stellenabbau. Für die Bewohnerinnen und Bewohner, Klientinnen und Klienten sowie Patientinnen und Patienten führen die Massnahmen zu Qualitätseinbussen in der Pflege und Betreuung.

Gute Gesamtarbeitsverträge und eine nachhaltige Finanzierung sind nötig

Die Gewerkschaft Unia beobachtet das Hin- und Herschieben der Sparbeiträge mit grosser Sorge und begrüsst daher den gemeinsamen Aktionstag. Anstelle immer wiederkehrender Sparübungen, die zu immer grösseren Qualitätsverlusten im Gesundheits- und Sozialwesen führen, muss ein Paradigmenwechsel im Umgang mit dem strukturellen Defizit des Kantons geprüft werden. Statt weiterer Sparbestrebungen braucht es eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Branche. Das wirksamste Mittel dafür sind allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge (GAV). Dafür setzt sich die Unia ein.