Altersheim Lindenmatte: Konstruktive Verhandlungen statt den Kopf in den Sand!

Missstände und Wortbruch im Alters- und Pflegeheim Lindenmatte in Erlenbach i. S.

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Chronische Arbeitsbelastung, respektloser Umgang und fehlende Mitsprache gehören im Alters- und Pflegeheim Lindenmatte in Erlenbach i.S. zum Alltag. Dagegen wehrt sich das Personal gemeinsam mit der Gewerkschaft Unia. Eine erste Gesprächsrunde mit der Heimleitung und der Betreiberin Pro Senectute Niedersimmental verlief konstruktiv. Jetzt hat der Vorstand der Pro Senectute Niedersimmental die Verhandlungen unvermittelt abgebrochen. Die Mitarbeitenden fordern eine Rückkehr an den Verhandlungstisch und Lösungen für die unhaltbaren Probleme.

Gegen aussen gibt sich das Alters- und Pflegeheim Lindenmatte in Erlenbach im Simmental als Idylle: oberländische Heimeligkeit und regelmässige Festlichkeiten für die BewohnerInnen, „Achtung, Respekt und Toleranz“ für das Personal. Die Wirklichkeit sieht für die Angestellten völlig anders aus: Arbeitsüberlastung und Respektlosigkeit gehören zum Alltag. Zudem haben Mitarbeitende keinerlei Mitsprachemöglichkeit und in der Lindenmatte existiert bis heute keine Personalkommission, trotz des im Mitwirkungsgesetz geregelten Rechts darauf.

Verschlechterungen gehen weiter… Auch die materiellen Arbeitsbedingungen werden laufend verschlechtert. Branchenübliche Zuschläge werden gekürzt oder gestrichen. Einzelne Angestellte werden genötigt, neue Verträge mit einer 50-Stunden-Woche zu unterzeichnen. Andere werden gezwungen, ihr Pensum zu reduzieren, was erhebliche finanzielle Einbussen mit sich bringt. Die Gesamtheit dieser unhaltbaren Zustände hat zu einer massiven Fluktuationsrate geführt.

Die Mitarbeitenden wehren sich Ein Grossteil der Angestellten will diese Zustände nicht mehr hinnehmen und beauftragte die Gewerkschaft Unia schriftlich, Verhandlungen mit der Heimleitung und dem Vorstand der Pro Senectute Niedersimmental zu führen. Ein erstes Gespräch fand am 7. Juni statt. In einem schriftlichen Beschlussprotokoll wurde festgehalten, die Probleme gemeinsam als Sozialpartner anzugehen und auch die Möglichkeit eines GAV zu prüfen. Weiter wurde die Bildung einer Personalkommission beschlossen. Angesichts dieses positiven ersten Gespräches ist das Personal zutiefst befremdet, dass das für den 20. Juni vereinbarte zweite Gespräch kurzfristig und ersatzlos von der Pro Senectute Niedersimmental abgesagt wurde. Bis heute liegt keine schriftliche Erklärung dafür vor, obwohl eine solche in Aussicht gestellt wurde. Das Personal und die Unia hoffen, dass der Pro Senectute-Vorstand seinen unverständlichen Entscheid korrigiert und an den Verhandlungstisch zurückkehrt. In einem Brief, den eine grosse Personaldelegation heute dem Präsidenten der Pro Senectute Niedersimmental, Thomas Mann, übergab, fordern sie die Wiederaufnahme des Dialogs und eine diesbezügliche Antwort bis nächsten Montag. Gleichzeitig prüft die Unia sämtliche rechtlichen Möglichkeiten, um den Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurück zu bringen und rasche Lösungen für die dringenden Probleme zu finden.