Gewerkschaftsbund Thun wird im Fall von WIA aktiv

Lancierung einer Volksinitiative und Einsitz im neuen Stiftungsrat wird geprüft
Mit Besorgnis hat die Geschäftsleitung des Gewerkschaftsbundes Thun (GBT) von den neusten Entwicklungen bei der WIA AG Kenntnis genommen. Als Stifter der WIA, fühlt sich der GBT verantwortlich und will an der kommenden Delegiertenversammlung Massnahmen verabschieden. Geprüft werden eine Kandidatur des GBT im neuen Stiftungsrat sowie eine Volksinitiative zur Reintegration der WIA in die städtischen Strukturen.

Seit die ehemaligen städtischen Altersheime Thun als Wohnen im Alter (WIA) privatisiert wurden, schlittern die Heime von Krise zu Krise. Permanentes Missmanagement führte zu zahlreichen internen Konflikten mit Kündigungen im Kader. Häufige Wechsel gab es auch in der Geschäftsleitung. Das Missmanagement geht auch unter der neuen Leitung weiter. Der Verkauf vom Altersheim Falken ist ein gutes Beispiel dafür. Das Altersheim Falken wurde 2012 verkauft und es wurde bis heute keine tragbare Anschlusslösung gefunden. Gemäss letzten Informationen sollen Bewohnerinnen und Bewohner in provisorischen Pavillons an unbekannten Orten unterkommen.

Missmanagement bekommen die Angestellten zu spüren

Verstoss gegen das Mitwirkungsgesetz, ungesetzliche Pausenregelungen, schlechte Löhne, Überstunden und Stress sind für die Angestellten, die sich um die BewohnerInnen kümmen müssen, an der Tagesordnung. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit längerem in Aussicht gestellt. Doch anstatt die dringenden Probleme anzugehen, bricht die WIA die begonnen Gespräche mit den Angestellten und der Unia mit fadenscheinigen Argumenten ab. Der Gewerkschaftsbund Thun (GBT) stellt sich hinter die wichtigen Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WIA und verlangt von der WIA-Geschäftsleitung die Wiederaufnahme der Gespräche mit den Mitarbeitenden und der Unia. In seiner Funktion als Stifter in der WIA, wird der GBT auf andere Stifter zugehen und sie zu einem runden Tisch einladen. Zudem prüft der GBT die Kandidatur für den Einsitz im Stiftungsrat, um dort konkrete Verbesserungen herbeiführen zu können.

Volksinitiative soll für klare Verhältnisse sorgen

Für die kommende DV des GBT wird die Lancierung einer Volksinitiative zur Reintegration der WIA in die städtische Strukturen diskutiert und anschliessend darüber abgestimmt. Im GBT sind alle wichtigen Gewerkschaften in Thun und Umgebung zusammengeschlossen (Unia, VPOD, SEV, Syndicom). Gemeinsam vertreten diese über 3600 Mitglieder auf dem Platz Thun.