Leitung der Nathalie-Stiftung bleibt stur: Respektlosigkeit statt Lösungssuche

Die Leitung der Nathalie-Stiftung hat gestern Nachmittag an den Geprächen mit der Belegschaft keine Lösungsvorschläge präsentiert; obwohl sie drei Wochen Zeit hatten solche auszuarbeiten. Für die Angestellten ist das nicht akzeptabel. Sie wollen die gravierenden Probleme nicht länger hinnehmen und bestehen auf eine kollektive Vereinbarung, die endlich gute Arbeitsbedingungen und damit die Voraussetzungen für eine qualitativ gute Pflege der Kinder sicherstellt.

Auf Einladung der Unia fanden  Gespräche zwischen Mitarbeitenden des Internats der Nathalie-Stiftung in Boll (BE) und einer Delegation von Geschäftsleitung und Stiftungsrat statt. Für die Arbeitnehmenden ist klar, dass die bestehenden gravierenden Probleme in der Nathalie-Stiftung nur mit einem Gesamtarbeitsvertrag gelöst werden können. Leider präsentierte die Delegation der Nathalie-Stiftung unter Leitung des Stiftungsratspräsidenten und SVP-Gemeinderats Christian Staub trotz mehrwöchiger Vorbereitungszeit keinerlei Lösungsvorschläge und fiel vor allem mit respektlosen Bemerkungen gegenüber den anwesenden MitarbeiterInnen auf. Eine Diskussion über das weitere Vorgehen gemäss im Dezember abgeschlossener Vereinbarung und den von der Unia vorbereiteten Lösungsvorschlägen war leider nicht möglich.

Damit missachten die Nathalie-Verantwortlichen auch das deutliche Signal der Angestellten, welche am Montag mit einem Warnstreik die Umsetzung einer im Dezember unterzeichneten GAV-Vereinbarung gefordert hatten. Doch die Nathalie-Leitung steht nicht zu ihrem Wort. Sie weigert sich die Verantwortung für die in ihrem Betrieb bestehenden Probleme zu übernehmen und spielt auf Zeit. Weiter noch versucht sie das verfassungsmässige Recht ihrer Angestellten nach gewerkschaftlicher Organisation in Frage zu stellen

Gründung einer Personalvertretung

Trotz der wenig lösungsorientierten Haltung durch Stiftungsrat und Geschäftsleitung stehen die Angestellten des Internats der Nathalie-Stiftung und die Unia jederzeit für Verhandlungen über einen GAV zur Verfügung. Bis dahin wollen die Mitarbeitenden ihren Anliegen mit weiteren Aktionen Nachdruck zu verleihen. Zurzeit sammeln sie unter allen 180 Angestellten der Nathalie-Stiftung Unterschriften für die Gründung einer Personalvertretung – wie sie ihnen gemäss Mitwirkungsgesetz von schon lange zustünde.